Direkt zum Inhalt
Scharia-Gericht will drei homosexuelle Nigerianer steinigen
ANZEIGE

Zum Tode verurteilt Scharia-Gericht will drei homosexuelle Nigerianer steinigen

co - 04.07.2022 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Am Freitag verkündete Adam Dan Kafi, der Chef der Religionspolizei Hisbah der Regionalverwaltung Ningi im nord-nigerianischen Bundesstaat Bauchi, dass drei Männer von einem islamischen Scharia-Gericht zum Tode verurteilt worden. Ihr Verbrechen: homosexuelle Handlungen.

Geständnis unter Folter?

Laut Reuters wurden die drei Männer im Alter von 20, 30 und 70 Jahren am 14. Juni festgenommen. Keiner der drei hatte einen Anwalt. Die Vermutung liegt nahe, dass ihr Geständnis unter Folter zustande kam. Der Prozess dauerte nur einen einzigen Tag. Richter Munka’ilu Sabo verurteilte die Männer zum Tode durch Steinigung – laut Bild oft ein äußerst langsamer und qualvoller Tod. Jetzt bleiben den Verurteilten dreißig Tage, um Widerspruch einzulegen. Außerdem muss das Urteil – so wie jedes von einem Scharia-Gericht verkündete Todesurteil – von der Person bestätigt werden, die im jeweiligen Bundesstaat das Gouverneurs-Amt bekleidet.

LGBTI*-Hass in Nigeria

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land in Afrika. Homosexualität wird hier (wie auch in den meisten anderen afrikanischen Ländern) als inakzeptabel angesehen. Das nigerianische Gesetz sieht lange Gefängnisstrafen für Menschen vor, die ihre homosexuelle Beziehung öffentlich zeigen oder einen Menschen desselben Geschlechts heiraten. Nigerias Norden, zu dem auch die Region Bauchi zählt, ist überwiegend muslimisch. Die nördlichen Staaten nutzen Scharia-Gerichte, um die Menschen, die in ihnen leben, für Verbrechen von Ehebruch bis Blasphemie zu bestrafen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.